Braucht es diesen Aufwand wirklich?
Ein Saunaverband könnte Kurse organisieren, erfahrene Fachpersonen als Dozierende einsetzen und damit seine Aufgabe als Bildungsanbieter als erfüllt betrachten.
Wir haben uns bewusst für einen anderen Weg entschieden.
Wenn wir ein eigenes Aus- und Weiterbildungssystem entwickeln, möchten wir die dafür notwendige Bildungskompetenz nicht ausschliesslich von externen Personen einkaufen. Deshalb bauen wir diese Kompetenz auch innerhalb des Schweizer Sauna Bund auf.
Dazu gehört die Ausbildung auf Stufe Ausbilder:in mit eidgenössischem Fachausweis.
Warum reicht Erfahrung in der Kursleitung nicht aus?
Viele durchgeführte Kurse schaffen wertvolle Erfahrung. Erfahrung allein beantwortet jedoch noch nicht alle Fragen, die bei der Entwicklung eines Bildungssystems entstehen.
Wie wird ein Bildungsbedarf ermittelt? Wie werden aus beruflichen Anforderungen sinnvolle Lernziele? Wie müssen verschiedene Lernsequenzen zusammenspielen? Wie werden Lernprozesse begleitet? Und wie lässt sich überprüfen, ob ein Bildungsangebot tatsächlich das erreicht, was es erreichen soll?
Je umfangreicher ein Bildungssystem wird, desto stärker verschiebt sich die Aufgabe vom Durchführen einzelner Kurse hin zum professionellen Gestalten von Bildung.
Warum bauen wir diese Kompetenz intern auf?
Natürlich könnten wir für jede konzeptionelle Frage externe Bildungsfachpersonen beiziehen.
Externe Expertise ist wertvoll und wird auch weiterhin ihren Platz haben. Gleichzeitig kennt niemand die Anforderungen unserer Branche so unmittelbar wie Menschen, die sich täglich mit ihr beschäftigen.
Unser Ziel ist deshalb, beides miteinander zu verbinden:
Branchenkenntnis und professionelle Bildungskompetenz.
So können wir Bildungsangebote aus den tatsächlichen Anforderungen des Berufsfeldes heraus entwickeln und gleichzeitig mit den Instrumenten professioneller Erwachsenenbildung gestalten.
Was hat die Branche davon?
Professionalisierung im Bildungsbereich geschieht nicht nur im Kursraum.
Sie zeigt sich auch darin, wie Lehrgänge aufgebaut, Lernziele definiert, Inhalte aufeinander abgestimmt, Dozierende eingebunden, Leistungsnachweise entwickelt und bestehende Angebote weiterentwickelt werden.
Davon profitieren letztlich die Teilnehmenden – aber auch Betriebe, die einschätzen können müssen, welche Kompetenzen hinter einem Bildungsabschluss stehen.
Ein strukturiertes Bildungssystem braucht deshalb auch Menschen, die Bildung konzipieren, begleiten und weiterentwickeln können.
Ist das für einen kleinen Fachverband nicht überdimensioniert?
Man könnte es so sehen.
Wir sehen es anders: Gerade wenn eine Branche noch über wenige etablierte Bildungsstrukturen verfügt, ist es wichtig, diese von Beginn an professionell aufzubauen.
Der Aufwand entsteht also nicht, weil wir möglichst viele Qualifikationen vorweisen möchten.
Er entsteht aus der Frage, welche Kompetenzen wir benötigen, um die Verantwortung für unsere Bildungsangebote langfristig selbst wahrnehmen zu können.
Unser Anspruch
Wir möchten nicht nur Kurse anbieten.
Wir möchten ein Bildungsangebot entwickeln, das fachlich fundiert, didaktisch durchdacht und langfristig weiterentwickelbar ist.
Dafür investieren wir nicht nur in unsere Lehrgänge, sondern auch in die Menschen, die sie entwickeln und verantworten.
Professionalisierung beginnt für uns deshalb nicht bei den Teilnehmenden. Sie beginnt beim Bildungsanbieter selbst.