Dozierende & Qualifikation

#05 Warum unsere Dozierenden Erwachsenenbildung können müssen

Warum genügt es uns nicht, wenn jemand sehr viel über Sauna weiss?

Wer bei uns unterrichtet, muss sein Fachgebiet beherrschen. Das ist selbstverständlich.

Doch wie wir bereits in #01 gezeigt haben, sind Fachwissen und Vermittlungskompetenz zwei unterschiedliche Kompetenzen. Wer fachlich hervorragend ist, kann deshalb eine wertvolle Fachperson sein – aber nicht automatisch eine Lernveranstaltung professionell planen, durchführen und begleiten.

Genau deshalb stellen wir an unsere Dozierenden nicht nur fachliche Anforderungen.

Was erwarten wir von unseren Dozierenden?

Eine Kursleitung vermittelt nicht einfach möglichst viel Wissen innerhalb einer vorgegebenen Zeit.

Sie muss Lernziele kennen, unterschiedliche Voraussetzungen der Teilnehmenden berücksichtigen, geeignete Methoden einsetzen, Lernprozesse begleiten und erkennen können, wo zusätzliche Erklärungen oder Unterstützung notwendig sind.

Gerade in der Erwachsenenbildung kommt eine weitere Aufgabe hinzu: Die Teilnehmenden bringen eigene Berufs- und Lebenserfahrungen mit. Diese gilt es sinnvoll einzubeziehen, ohne dabei die gemeinsamen Lernziele aus den Augen zu verlieren.

Gute Kursleitung bedeutet deshalb nicht nur, ein Fach zu beherrschen. Sie bedeutet auch, Lernen professionell gestalten zu können.

Warum setzen wir dafür eine Qualifikation in der Erwachsenenbildung voraus?

Wir möchten diese Kompetenz nicht einfach voraussetzen, weil jemand bereits häufig vor Gruppen gesprochen oder viele Jahre Berufserfahrung gesammelt hat.

Deshalb setzen wir bei unseren Dozierenden entsprechende Kompetenzen in der Erwachsenenbildung voraus. Für unsere Bildungsarbeit orientieren wir uns dabei am SVEB-System Ausbildung der Ausbildenden (AdA).

Die entsprechenden Voraussetzungen schaffen eine gemeinsame Grundlage für die Planung, Durchführung und Reflexion von Lernveranstaltungen.

Das bedeutet nicht, dass dadurch alle Dozierenden gleich unterrichten sollen. Unterschiedliche Persönlichkeiten, Erfahrungen und Unterrichtsstile sind ausdrücklich wertvoll.

Gemeinsam sein soll der professionelle Anspruch an die Gestaltung von Lernprozessen.

Was hat eduQua damit zu tun?

Unsere Anforderungen an Dozierende sind nicht nur eine interne Entscheidung.

Im Rahmen unserer eduQua-Zertifizierung haben wir uns dazu verpflichtet, Dozierende einzusetzen, welche die Voraussetzungen für den Lehrgang «SVEB-Zertifikat Ausbilder/in – Durchführung von Lernveranstaltungen» erfüllen.

Diese Verpflichtung nehmen wir ernst.

Für uns ist sie aber mehr als eine formale Anforderung aus einem Zertifizierungsverfahren. Sie entspricht dem Verständnis von Bildungsqualität, das wir auch unabhängig davon verfolgen: Wer Verantwortung für die Lernprozesse anderer Menschen übernimmt, sollte dafür entsprechend qualifiziert sein.

Was merken Teilnehmende davon?

Im Idealfall denken Teilnehmende während eines Kurses gar nicht darüber nach, welche didaktischen Überlegungen hinter einer Lernveranstaltung stehen.

Sie erleben stattdessen einen nachvollziehbaren Aufbau, unterschiedliche Lernformen, verständliche Erklärungen, Möglichkeiten zum Ausprobieren, Raum für Fragen und einen erkennbaren Bezug zur beruflichen Praxis.

Professionelle Erwachsenenbildung zeigt sich deshalb nicht unbedingt durch komplizierte Methoden.

Sie zeigt sich darin, dass Lernen bewusst gestaltet wird.

Unser Anspruch

Von unseren Dozierenden erwarten wir Fachkompetenz. Gleichzeitig erwarten wir, dass sie wissen, wie Erwachsene lernen und wie Lernprozesse professionell begleitet werden.

Nicht, weil ein Zertifikat automatisch guten Unterricht garantiert.

Sondern weil wir überzeugt sind, dass Menschen, die andere ausbilden, sowohl ihr Fach als auch das Handwerk des Ausbildens beherrschen sollten.

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